Hochsensible Menschen nehmen sehr viel mehr von ihrer Umwelt wahr, als nicht Hochsensible. Das liegt daran, dass in ihrem Gehirn Reize nicht so stark gefiltert werden, wie bei den meisten anderen Menschen. Daher neigen sie, wenn sie vielfältigen Umweltreizen ausgesetzt sind, also z.b. Lärm, großen Menschenmengen, Stress, zu schneller Überforderung. Aus diesem Grund ziehen sich viele Hochsensible sehr gerne in ihre sogenannte “Komfortzone” zurück. Diese Zone ist der Bereich in dem sie sich sicher fühlen, der bekannt und “ungefährlich” ist und eben nicht zur Überreizung führt. In unserer Komfortzone fühlen wir uns wohl und es ist unsere “Höhle” in die wir uns zurückziehen, wenn das Leben mal wieder zu viel für uns wird. Diese Zone ist auch absolut wichtig und richtig für uns, denn dort tanken wir auf, erholen uns und lassen es uns gut gehen.

 

Die Komfortzone ist die Höhle, in die sich hochsensible Menschen zurück ziehen wenn ihnen mal wieder alles zu viel wird.

 

Doch warum ist sie auch und gerade für HSP gefährlich? Aus dem einfach Grund, dass es vielen feinfühligen Menschen oft schwer fällt ÜBERHAUPT noch herauszukommen aus ihrem Wohlfühlbereich. Die Welt “da draussen” ist für feinfühlige Menschen so voller Lärm und überfordernder Reize, dass manch einer sich es in seinem Rückzugsort schon sehr gemütlich und häuslich eingerichtet hat. Der eine oder andere denkt nun vielleicht: “Ja, wo ist das Problem? Soll er doch in seiner Komfortzone bleiben, wenn es ihm dort so gut gefällt. Solange er weder sich noch anderen damit schadet ist doch alles gut!”

Eigentlich schon, wenn da nicht der kleine Umstand wäre, dass wir Menschen uns in der Regel nur durch Schwierigkeiten und Mühsal persönlich und menschlich weiterentwickeln. In unserer Komfortzone können wir zwar bequem (über)leben aber leben wir darin wirklich? Ist unsere Blase nicht wie eine Insel auf der wir von niemandem wirklich erreicht werden können und auch selbst niemanden erreichen können? Wir entwickeln uns nur außerhalb unserer Wohlfühlzone weiter!

 

Weiterentwicklung geschieht nur außerhalb der Komfortzone!

 

Daher ist es gerade für hochsensible Menschen so wichtig, trotz ihrer häufigen Überforderung mit unserer lauten und schnelllebigen Welt immer wieder “rauszugehen” und sich den Herausforderungen zu stellen. Denn nur so wachsen wir, nur so können wir Erfahrungen sammeln, die uns reifer, weiser und menschlich größer machen. Hochsensible sollten daher nicht den Fehler machen und sich vor der Welt verstecken. Natürlich müssen wir uns nicht die volle Dröhnung geben und gleich auf das nächste Heavy-Metall Konzert rennen, das wäre sicher für die meisten von uns zu viel des Guten. Aber dosiert, mit einer Schritt für Schritt Steigerung, ist viel mehr möglich als wir uns oftmals zutrauen. Die meisten Menschen überschätzen was sie in einem Jahr erreichen können und unterschätzen was sie in zehn Jahren erreichen können. Ein anderes geflügeltes Wort besagt: Alles was du dir erträumst, ist auf der anderen Seite der Angst. Die Angst ist die Grenze zwischen Komfortzone und der Zone, in der wir uns weiterentwickeln und wo das Leben auf uns wartet, von dem wir schon so lange träumen. Wenn du deine Komfortzone verlässt, immer wieder, passiert Magie. 

 

Alles was du dir erträumst, ist auf der anderen Seite der Angst.